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HNA vom 1.11.2005

Gymnasium nur für Exoten

Nur zehn Prozent der Schüler aus der Nordstadt gehen nach der Grundschule aufs Gymnasium, in Bad Wilhelmshöhe sind es 70 Prozent. Die Ergebnisse der jüngsten Pisa-Untersuchung schlagen in Kassel voll durch. Von Chancen-gleichheit in der Schule kann keine Rede sein. Die Forderung nach Ganztags-betreuung und besserer Kita-Ausstattung wird lauter.

 

Mehr Zeit löst viele Probleme

KASSEL. Natürlich sei es ein Unterschied, ob ein Kind in einem Elternhaus mit oder ohne Bücherwand aufwächst, meint Stefan Appel, Leiter der Gesamtschule Hegelsberg, mit Ganztagsschulangebot zum Thema Chancengleichheit.
Mit Intelligenz habe das wenig zu tun. Er ist davon überzeugt, dass man mit mehr Zeit, mit der man sich den Schülern widmet, viele Probleme - auch sprachliche Defizite von Migrantenkindern - lösen kann. Sein Argument: In Bayern und Baden-Württemberg, in Ländern also, die bei Pisa gut abgeschnitten haben, seien sowohl Gymnasien als auch Brennpunktschulen Ganztagsschulen.
"Ganztagsschulen sind einfach besser ausgestattet, sowohl mit Personal als auch mit Mitteln." An seiner Schule sei man stolz darauf, dass 30 Prozent der Schüler, die den gymnasialen Zweig besuchen, Kinder mit Migranten-Hintergrund sind. Kinder müssten da abgeholt werden, wo sie stehen, so Appel. "Sortieren ist ganz schlecht." Wichtig sei eine soziale Mischung. Er wünschte sich deshalb Schulbezirke und keine freie Schulwahl nach der Grundschule. (CHR)