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HNA vom 1.7.2009

Allen Schülern eine Chance

Stefan Appel, Leiter der Schule Hegelsberg, verabschiedet sich nach 40 Jahren

 

Ganztagsschule zum Wohlfühlen: Für Schulleiter Stefan Appel - hier auf dem
Schulhof der Schule Hegelsberg - muss eine gute Schule alle und nicht nur die
besten Schüler fördern.  
Foto: Hein

KASSEL. Mit Stefan Appel geht jetzt einer der dienstältesten Schulleiter Kassels in den Ruhestand. Der engagierte Pädagoge war 40 Jahre lang im Schuldienst tätig, davon 30 Jahre an der Schule Hegelsberg in der Nordstadt, seit 1983 als Schuleiter. Das ist eine lange Zeit", sagt der 66­jährige gebürtige Kasseler. Auf die Frage, welche positive Veränderung Schule in dieser Zeit durchgemacht habe, sagt er nach kurzem Überlegen: „Es gibt mehr Durchlässigkeit."

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„Die bessere Schule ist die, die nicht aussortiert, sondern fördert und zwar alle Schüler." Stefan Appel, Schulleiter
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Von „Spaß", den sein Beruf gemacht habe, möchte er nicht sprechen: „Spaßig war das nicht." Stattdessen habe er es als beglückend empfunden, dass er in all den Jahren verantwortungsvoll arbeiten und etwas bewegen konnte.

Und bewegt hat Appel eine Menge. Vor allem in Sachen Ganztagsschule, deren leidenschaftlicher Wegbereiter er ist. Wer sich mit der Thematik befasst, kommt an Appel, dem deutschen Ganztagsschul-Experten, nicht vorbei. Sein „Handbuch Ganztagsschule", inzwischen zum sechsten Mal aufgelegt, gilt als das große Standardwerk.

Appels Credo, dem er Zeit seines Arbeitslebens treu war, lautet: „Die bessere Schule ist die, die nicht aussortiert, sondern fördert und zwar alle Schüler."

Entscheidend für die Qualität einer Schule sei nicht der Notenschnitt, sondern die Frage, wie viele Schüler zu einem guten Abschluss geführt werden. Appel ist deshalb auch ein vehementer Befürworter des Gesamtschulgedankens und Gegner des verkürzten Abiturs. Die Geschichte der Gesamtschule Hegelsberg, die für ihn - auch personell - am besten ausgestattete Schule" Kassels, bezeichnet er selbst als „Erfolgs-geschichte".

Appel: „Hier gibt es für alle Schüler Chancengleichheit."

Große Bedeutung misst Appel, dessen Vater Architekturprofessor war, dem Lernumfeld bei. Dass sich die Schüler in der Schule Hegelsberg, die in warmen Farben gestaltet ist und auf terrassiertem Gelände von Bäumen umgeben liegt, wohlfühlen, ist deutlich zu spüren. Besonders stolz war Appel stets, dass es an seiner Schule keine Schmierereien und Vandalismus gab, „weil sich die Schüler hier wohlfühlen."

Für Appel, Vater von 19jährigen Zwillingssöhnen und Bundesvorsitzender des Ganztagsschul-verbands, wird sich auch im Ruhestand alles um Schule drehen: „Das Schreiben, die Schulberatungen und Fortbildungen in Sachen Ganztagsschule gehen weiter." Appel will weiter dazu beitragen, den Ganztagsschulgedanken voranzubringen.

Zurzeit hat er aber noch in der Schule an der Quellhofstraße 140 zu tun: Er führt seine Nachfolgerin, Lydia Gundlach aus Bad Hersfeld, in ihr neues Amt ein.